Portfolio und E-Portfolio: Das Wichtigste in Kürze

Was ist eigentlich ein Portfolio? Wie schaut so etwas aus und was ist daran so gut? Wir haben die fünf wichtigsten Fragen in aller Kürze beantwortet!

 

 

 

1. Was ist ein Portfolio?
2. Was machen Schülerinnen und Schüler bei der Portfolioarbeit?
3. Wie schaut ein Portfolio aus?
4. Was ist meine Aufgabe als Lehrerin?
5. Was macht Portfolioarbeit so empfehlenswert?

erstens ...1. Was ist ein Portfolio?

Ein Portfolio ist eine Sammlung von persönlichen Arbeitsprodukten, von
Texten, Bildern, … Sie zeigt, was man gelernt hat, was man kann und
wofür man sich interessiert.

Im Unterschied zu Themenmappen und Projektmappen ist die Sammlung
zielgerichtet und kompetenzorientiert. Sie dokumentiert Lernwege und
Lernprodukte, Bemühungen, Fortschritte und Leistungen. Jedes
ausgewählte Produkt wird von einer Reflexion über die Bedeutung des
Gelernten und den Kompetenzzuwachs begleitet.

Je nach Zielsetzung entstehen verschiedene Typen von Portfolios.

  • So lassen sich Arbeitsergebnisse zu einem bestimmten Thema zusammenstellen und präsentieren.
    - Solche Portfolios können z.B. von einer Frage ausgehen:
    "Wie leben Kinder in Indien?"
    - Oder für ein Unterrichtsfach angelegt werden und die Arbeit – über Jahre hinweg – begleiten:
    "Mein Religionsportfolio"
    - Oder für eine Bewerbung zusammengestellt werden:
    "Meine Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen"
  • Es gibt eine Arbeitsphase, in der das Portfolio erstellt und gestaltet wird. Und anschließend die Präsentation.

zweitens ...2. Was tun Schülerinnen und Schüler bei der Portfolioarbeit?

Portfolioprozess hat sechs zentrale Schritte: 

Die Schritte im Portfolioprozess

  • Thema und Ziele des Portfolios bestimmen
  • Material sammeln
  • Das gesammelte Material sichten und über die Bedeutung nachdenken
  • Eine Auswahl treffen, kommentieren und das Portfolio als Ganzes gestalten
  • Das Portfolio bewerten und überarbeiten
  • Das Portfolio präsentieren – als krönender Abschluss der Arbeit!

drittens ...3. Wie schaut ein Portfolio aus?

Portfolioarbeit ist zunächst einmal formatunabhängig. Entscheidend ist, dass die verschiedenen Aktivitäten in der Arbeits- bzw. Sammelphase und zur Präsentation unterstützt werden.

  • Zum Sammeln kann man jeden geeigneten Behälter wählen: Eine Kiste, eine Sammelmappe, eine Tasche, ein Online-Verzeichnis … 
  • Zum
    Präsentieren wählt man in der Regel ein Format, das die Dokumente in
    einer festliegenden Reihenfolge darstellt. Das kann ein Ordner sein,
    realer Art oder – beim E-Portfolio – eine Zusammenstellung, die online
    verfügbar ist.

viertens ...4. Was ist meine Aufgabe als Lehrerin?

Das ist vielleicht die größte Herausforderung: Unsere Rolle als Lehrperson neu
zu strukturieren. Statt
"the sage on the stage" sind wir "the
guide on the side". Übersetzt würde das etwa lauten "Statt der Weise auf der Kanzel der Begleiter an der Seite":

  • Wir sind Koordinatorinnen, damit die Klasse den Überblick
    behält.
  • Wir sind Informationsmanager, die den Jugendlichen helfen Informationen
    zu finden, zu analysieren und sich Urteile über ihre Wahrhaftigkeit und
    Nützlichkeit zu bilden.
  • Wir sind Organisatoren, die die Klassen bei ihren
    Projekten unterstützten.
  • Doch vor allem sollten wir uns als Lernhelferin,
    Coach, Freundin und Vertraute verstehen: Die Person, mit der die Jugendlichen
    über ihre Probleme reden können, der sie Geheimnisse anvertrauen, mit der sie Spaß
    haben und die sie ohne Vorbehalte liebt, so wie sie sind, und ihnen das,
    besonders in schwierigen Situationen, immer wieder deutlich zeigt.

fünftens ...5. Was macht Portfolioarbeit so empfehlenswert?

Die uns anvertrauten Kinder und auch wir selbst, wir alle sind einzigartige Individuen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten, Erfahrungen und Prägungen.
Das Portfolio ist eine Möglichkeit, unser ganz individuelles Profil, unsere persönlichen Herangehensweisen, Interessen, Fragen und Antworten herauszulocken und abzubilden.

So dass sich unsere Begabungen und Erkenntnisse in einem kreativen Miteinander, in einer lernende Gemeinschaft vernetzen können. So kann Portfolioarbeit Kinder stark machen, damit sie mutig und selbstgewiss in die Zukunft gehen können!

  • Telecran: "Alles beginnt mit der Motivation. Portfolios im Schulunterricht"
    Interview mit Ilse Brunner – mehr

Julia Born, Ilse Brunner

(1) Eine gängige Definition lautet: Ein Portfolio ist "eine zweck- und zielgerichtete Auswahl
eigener Arbeiten einer Schülerin, eines Schülers, in welcher die Bemühungen,
Fortschritte und Leistungen in einem oder mehreren Bereichen dargestellt und
reflektiert werden".
Paulson, Leon F.; Paulson Pearl R.; Meyer, Carol A.: What Makes
a Portfolio a Portfolio? In: Educational leadership Jg. 48 (1991), S.
60–63
 


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