OUL: Kompetenzlernen im Ausbildungsseminar

Kompetenzlernen ist gefragt. Besonders in der Ausbildung. Online unterstützte Angebote fördern dies in ganz besonderer Weise. Hans Burkhardt beschreibt ein neues Konzept für die Referendarzeit in der zweiten Ausbildungsphase. Damit trainieren die Teilnehmenden ein Bündel von Kompetenzen: Fachliche, kommunikative,
soziale Kompetenz, Selbst- und Medienkompetenz.
 

Hans Burkhardt
Hans Burkhardt
ist Referent am Religionspädagogischen Zentrum der
Bayerischen Landeskirche in Heilsbronn. Er ist dort zuständig für die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare in
Grund- und Hauptschulen in Unterfranken im Fach Evang. Religion.
Darüber hinaus ist er eingebunden in die weitere Fortbildungsarbeit des
RPZ und Ansprechpartner für OUL.

Kompetenzlernen im Ausbildungsseminar

  • Fachliche und methodische Kompetenz
  • Kommunikative und soziale Kompetenz
  • Selbstkompetenz
  • Medienkompetenz
  • Seminarbegleitende Evaluation
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Kompetenzlernen im Ausbildungsseminar

Ein neues Online-Lernangebot für LehramtsanwärterInnen im Fach
Religion begleitet die zweite,
zweijährige Ausbildungsphase. Das Seminar hat eine Brückenfunktion und verbindet
die insgesamt vier Präsenztermine.

Die Teilnehmenden können hier ein Bündel von Kompetenzen trainieren.
Hans Burkhardt, Pfarrer und Fachbeauftragter der LehramtsanwärterInnen
an der Regionalstelle Unterfranken, beschreibt sein Vorgehen.

MausklickFachliche und methodische Kompetenz

Die nötigen theoretischen Inputs gibt es jeweils im Präsenzseminar.
Üben, Vertiefen, Rückmeldung und Korrektur im Rahmen von
Lernpartnerschaft leistet der Online-Part. Durch praktische
Unterrichtsbeispiele und Lernpartnerschaften vertiefen die jungen
Lehrkräfte gemeinsam die theoretischen Einheiten. Damit kann in
Ansätzen ein kompletter Lernweg angebahnt werden.

Den Schwerpunkt lege ich dabei auf die "Kern"-Methoden des RU wie
Erzählen und Verarbeitungsformen sowie die Planung ganzer
Unterrichtsreihen. Theologische Fragen können während des gesamten
Zeitraums aufgegriffen und reflektiert werden, so dass sich auch hier
das fachliche Wissen erweitert.

MausklickKommunikative und soziale Kompetenz

Wie schreibe ich einen Beitrag im Forum so, dass andere verstehen,
was ich meine? Wie gebe ich meiner Lernpartnerin Feedback, so dass es
ihr weiterhilft und sie sich nicht in die Beleidigungsecke zurückzieht?
Wie kann ich Feedback annehmen, ohne dass ich mich dadurch persönlich
angegriffen fühle?
Die vielfältigen Kommunikationsformen im virtuellen Seminarraum stärken die Wahrnehmungs- und Reflexionsfähigkeit in hohem Maße.

Das Seminar wird begleitet von einer Lernpartnerschaft. Zwischen zwei
Teilnehmenden findet regelmäßig ein strukturierter, fachlicher
Austausch am Telefon statt.
Diese Zusammenarbeit deckt mehrere Facetten ab:

  • Der Blick des Lernpartners auf die Arbeit erweitert die Perspektive und kann ergänzen und korrigieren.
  • Durch den Kontakt wird gleichzeitig eine wertschätzende Feedback-Kultur eingeübt.
  • Last not least wird einer drohenden Vereinzelung der jungen
    Kolleginnen und Kollegen entgegengewirkt, wie sie an Schulen immer
    wieder beklagt wird.

Natürlich sollen sich die Teilnehmenden auch in der Gruppe über ihre
Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Instant
Messaging (zeitgleicher Online-Austausch oder Chat mit einem
Gesprächspartner) und Forum (zeitversetzter Austausch in der
Seminargruppe) helfen die seminarfreien Zeiten zu überbrücken.
So nehmen die Teilnehmenden neue und hoffentlich auch unterstützende Kommunikationsmöglichkeiten wahr.

MausklickSelbstkompetenz

Im Verlauf der beiden Jahre arbeiten die Teilnehmenden ständig daran,
theoretischen Input auf ihre eigene Situation zu beziehen. Sie bringen
ihre Fragestellungen ein und suchen allein und gemeinsam nach
Antworten. Sie üben es ein, sich gezielt von einander Unterstützung zu
holen, kollegial zusammen zu arbeiten und auch unter Zeitdruck
zufriedenstellende Lösungswege zu finden.
So werden zielorientiertes Arbeiten, Selbständigkeit, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit trainiert.

Einen eigenen Schwerpunkt bildet die Kompetenz in Prüfungssituationen.
Die letzte Onlineeinheit hat das Ziel, die Referendarinnen und
Referendare fit zu machen für die mündliche Prüfung. Die Teilnehmenden
sollen hier mögliche Fragen und Antworten formulieren und sich
gegenseitig dazu Feedback geben.
So entwickeln sie Routinen und gewinnen Sicherheit für die Prüfungssituation.

MausklickMedienkompetenz

Die Teilnehmenden bewegen sich über zwei Jahre hinweg immer wieder im
virtuellen Seminarraum. Damit sammeln sie – quasi als Nebeneffekt -
Erfahrungen mit der neuen Lernform des OUL.
Sie werden vertraut mit den Werkzeugen der Lernplattform rpi-virtuell
und ihren Einsatzmöglichkeiten, von Kommunikationswerkzeugen über
eTools bis hin zum Wiki. Sie gewinnen Sicherheit im Umgang mit der
Lernplattform und lernen methodische Vorgehensweisen kennen.

Die so erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen werden ihnen den Schritt
deutlich erleichtern, online unterstütztes Lernen in den eigenen
Unterricht einzubinden.

Seminarbegleitende Evaluation

Bisher steckt die Arbeit mit online unterstütztem Lernen in Studium und
Aus- und Fortbildung noch in den Kinderschuhen. Die Argumente sprechen
jedoch dafür, dass sich der Einsatz lohnt.

Die seminarbegleitende Evaluation wird zeigen, inwieweit die
geplante Kompetenzförderung wirklich zum Tragen kommt und wie sich
Online-Lernen unter verschiedenen Gesichtspunkten eignen kann,
Kompetenzlernen zu fördern.

Im Bereich der Aus- und Fortbildung scheint der Einsatz aufgrund der
besonderen Lernsituation besonders lohnenswert. Entscheiden werden es letztlich -
wie so oft – die Teilnehmenden selbst, inwieweit sie sich auf diese
neuen Lernformen einlassen, sie nutzen und ihren Lernerfolg daraus
ziehen. Chancen und Möglichkeiten
für neue Erfahrungen gibt es jedenfalls zuhauf – auch für mich als Leiter des Angebots. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

 
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